German Datacenter Association fordert Planbarkeit bei Netzen, Flächen und Verfahren – und warnt vor Verzögerungen durch Engpässe und Doppelregulierung.
Die German Datacenter Association (GDA) hat im Rahmen des Konsultationsverfahrens zur Regionalen Rechenzentrumsstrategie Hessen am 9. Februar 2026 ein Positionspapier eingereicht. Darin begrüßt die GDA den Ansatz, Ausbau und Rahmenbedingungen für Rechenzentren regional zusammenzuführen, und hebt die besondere Bedeutung Hessens im Cluster Rhein-Main hervor. Zugleich betont der Verband: Entscheidend ist ein umsetzungsorientierter Instrumentenkasten, der Versorgungssicherheit stärkt und Investitionen verlässlich in die Realisierung führt – insbesondere über Energie- und Netzinfrastruktur, Flächenverfügbarkeit und effiziente Verfahren.
Rechenzentren als Schlüsselkomponente der digitalen Transformation
Rechenzentren sind die technische Basis für Cloud- und KI-Anwendungen sowie für verlässliche digitale Dienste in Verwaltung und Wirtschaft. Sie ermöglichen Skalierung, Resilienz und Datenverarbeitung in Echtzeit – und sind damit ein zentraler Standortfaktor für Wertschöpfung und digitale Souveränität. Aus Sicht der GDA kommt es in Hessen nun darauf an, strategische Ziele konsequent in belastbare Planung, verfügbare Infrastruktur und praxistaugliche Umsetzungsprozesse zu übersetzen.
Handlungsfelder im Fokus
Schnell wirksame und zugleich strukturell relevante Stellschrauben sieht die GDA dort, wo Engpässe heute Projekte ausbremsen: beim Netzzugang, bei der Flächenentwicklung und in Genehmigungsprozessen. Aus Verbandssicht braucht es hierfür transparente Kapazitäts- und Zeitpfade, klare Zuständigkeiten sowie standardisierte und rechtssichere Abläufe mit einheitlichen Anforderungen. Die GDA möchte diese Punkte im Austausch mit Land, Kommunen, Netzbetreibern und weiteren Stakeholdern konkretisieren, um Umsetzungshemmnisse abzubauen und Projekte verlässlich voranzubringen.
Zentrale Forderungen der GDA
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Netze & Versorgung: Mehr Transparenz zu Anschlusskapazitäten und Ausbaupfaden; klare Kriterien zur Realisierungsreife von Anschlussanfragen.
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Netzzugang fair organisieren: Reservierungen an definierte Meilensteine koppeln; Blockaden durch nicht umsetzungsreife Vorhaben vermeiden.
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Standorte entwickeln: „Rechenzentrumsbereite“ Flächen mit gesicherter Strom- und Glasfaserperspektive sowie Infrastrukturvoraussetzungen.
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Genehmigungen beschleunigen: Einheitliche Checklisten und weniger Doppelprüfungen; klarere Prozesslogik für schnellere Entscheidungen.
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Effizienz & Reporting vereinfachen: Einheitliche Nachweise und „Once-only“-Prinzip, um Mehrfachmeldungen zu reduzieren.
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Abwärme praxistauglich integrieren: Standardisierte Schnittstellen zur Wärmeplanung; Umsetzung abhängig von Netzen und Abnehmern statt starrer Vorgaben.
Einladung an die Politik
Die GDA setzt auf einen kontinuierlichen, lösungsorientierten Austausch mit dem Land Hessen, Kommunen sowie den relevanten Infrastrukturakteuren. Ziel ist, die Strategie zügig in praktikable Umsetzungsschritte zu überführen – mit klaren Zuständigkeiten, verlässlichen Standards und einem Monitoring, das Fortschritte bei Netzanschlüssen, Flächenverfügbarkeit und Verfahrenstransparenz messbar macht. So kann Hessen seine Standortstärke sichern und den Ausbau der digitalen Infrastruktur verlässlich in die Umsetzung bringen.
Downloads
Positionspapier
Positionspapier der German Datacenter Association zum Konsultationsverfahren zur Regionalen Rechenzentrumsstrategie Hessen
Kontakt der GDA
Matthias Plötzke
Head of Public Affairs
+49 173 2644 232
ploetzke(at)germandatacenters.com
