German Datacenter Association begrüßt Berücksichtigung von Rechenzentren in der Kommunalen Wärmeplanung – und fordert klare Projektbedingungen, faire Verantwortungsteilung und frühe Brancheneinbindung

Rechenzentrumsabwärme für Frankfurts Wärmewende: GDA wirbt für realistische Umsetzungspfade

German Datacenter Association (GDA) begrüßt Berücksichtigung von Rechenzentren in der Kommunalen Wärmeplanung – und fordert klare Projektbedingungen, faire Verantwortungsteilung und frühe Brancheneinbindung

Im Rahmen der Offenlage zum Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Frankfurt am Main hat die GDA ein Positionspapier eingereicht. Rückmeldungen zum Entwurf konnten bis zum 17. Mai 2026 abgegeben werden. Die Wärmeplanung soll Frankfurt als strategischer Wegweiser für eine klimafreundliche, verlässliche und bezahlbare Wärmeversorgung dienen.

Dass Rechenzentren im Entwurf ausdrücklich als Quelle unvermeidbarer Abwärme berücksichtigt werden, bewertet die GDA als wichtiges Signal. Gerade Frankfurt/Rhein-Main zählt zu den wichtigsten Rechenzentrumsstandorten Europas. Die dort betriebene digitale Infrastruktur ist Grundlage für Cloud-Dienste, künstliche Intelligenz, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und digitale Verwaltung – und kann unter geeigneten Bedingungen auch einen Beitrag zur Wärmewende leisten.

Potenzial sichtbar – Umsetzung bleibt anspruchsvoll

Der Entwurf beziffert das Abwärmepotenzial bestehender Rechenzentren in Frankfurt mit 951 GWh pro Jahr. Aus Verbandssicht macht diese Zahl die Relevanz des Themas sichtbar. Sie darf jedoch nicht als kurzfristig verfügbare Wärmemenge missverstanden werden.

Zwischen rechnerischem Potenzial und tatsächlich nutzbarer Wärme liegen zahlreiche Voraussetzungen: geeignete Wärmenetze, passende Wärmeabnehmer, zusätzliche Stromanschlüsse für Großwärmepumpen, wirtschaftlich tragfähige Modelle und klare vertragliche Regelungen. Abwärmeprojekte sind damit nicht nur Wärmeprojekte, sondern immer auch Infrastruktur- und Stromnetzprojekte.

Zentrale Forderungen der GDA

  • Potenziale realistisch einordnen: Die Wärmeplanung sollte klar zwischen theoretisch vorhandenen, technisch erschließbaren, wirtschaftlich nutzbaren, vertraglich gesicherten und tatsächlich eingespeisten Abwärmemengen unterscheiden.

  • Branche frühzeitig einbinden: Die GDA sollte bereits vor Ausschreibung und Ausgestaltung der geplanten Machbarkeitsstudien zur Nutzung von Rechenzentrumsabwärme verbindlich beteiligt werden.

  • Kosten und Risiken fair verteilen: Investitions-, Anschluss-, Betriebs- und Abnahmerisiken dürfen nicht einseitig auf Rechenzentrumsbetreiber übertragen werden.

  • Vertrags- und Betreibermodelle entwickeln: Stadt, Versorger, Netzbetreiber und Branche sollten gemeinsam praxistaugliche Modelle für Abwärmelieferung, Wärmepumpenbetrieb, Preisbildung, Haftung und Laufzeiten erarbeiten.

  • Regionale Perspektive stärken: Frankfurt sollte Rechenzentren, Stromnetze, Wärmenetze, Glasfaser, Flächen und Genehmigungsprozesse gemeinsam mit dem Umland, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und dem Land Hessen planen.

Rechenzentren als Partner der Wärmewende

Aus Sicht der GDA ist die Kommunale Wärmeplanung ein wichtiger Ausgangspunkt, ersetzt aber keine konkrete Projektprüfung. Jede Nutzung von Rechenzentrumsabwärme muss technisch machbar, wirtschaftlich zumutbar und vertraglich tragfähig sein.

Rechenzentren sind kritische digitale Infrastruktur – und können zugleich Wärmepartner für Städte und Versorger werden. Damit aus Potenzialen konkrete Projekte entstehen, braucht es eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Stadt, Versorgern, Netzbetreibern und Branche.

Der Verband bietet der Stadt Frankfurt, Mainova, NRM Netzdienste Rhein-Main, Syna und weiteren Akteuren an, den weiteren Prozess fachlich zu begleiten.

Downloads

Positionspapier
Positionspapier der German Datacenter Association zum Entwurf der „Kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Frankfurt am Main“

Kontakt der GDA

Matthias Plötzke
Managing Director

+49 173 2644 232
ploetzke(at)germandatacenters.com

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