Die Bundesregierung hat die erste nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet und damit ein klares Bekenntnis zur digitalen Infrastruktur in Deutschland abgegeben.

Bundesregierung beschließt Rechenzentrumsstrategie: Starkes Signal – Umsetzung jetzt entscheidend

Die Bundesregierung hat die nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet und damit ein klares Bekenntnis zur digitalen Infrastruktur in Deutschland abgegeben. Bis 2030 sollen sich die Kapazitäten mindestens verdoppeln, die KI-Rechenleistung sogar vervierfachen.

Die German Datacenter Association (GDA) begrüßt die Strategie als wichtigen und überfälligen Schritt für den Standort Deutschland – sieht jedoch bei zentralen Erfolgsfaktoren weiterhin Handlungsbedarf.

Wichtige Impulse für Energie, Flächen und Innovation

Die Strategie setzt aus Sicht der Branche an den richtigen Stellen an. Insbesondere die Maßnahmen zur Sicherung von Netzanschlüssen, geplante Reformen bei Vergabeverfahren sowie Impulse für nachhaltige Rechenzentren – etwa durch Abwärmenutzung und Effizienzanforderungen – schaffen wichtige Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum.

Auch die Ansätze zur Flächenentwicklung, beispielsweise durch die stärkere Nutzung von Brownfield-Arealen, sowie die Unterstützung von KI-Infrastruktur und digitaler Souveränität geben Investoren Orientierung und stärken den Standort Deutschland.

Akzeptanz vor Ort bleibt zentraler Engpass

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bleibt jedoch bislang unzureichend adressiert: die gesellschaftliche und kommunale Akzeptanz von Rechenzentrumsprojekten.

In der Praxis zeigt sich zunehmend, dass Projekte nicht an Technologie oder Finanzierung scheitern, sondern an fehlender Zustimmung vor Ort – selbst dann, wenn sie auf geeigneten Flächen und in etablierten Regionen entstehen sollen.

„Wenn Stadtparlamente Milliardenprojekte ablehnen, während die Bundesregierung gleichzeitig eine Verdopplung der Kapazitäten anstrebt, klafft eine gefährliche Lücke zwischen Ambition und Realisierung“, sagt Peter Pohlschröder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der GDA.

Aus Sicht der Branche braucht es daher eine systematische Stärkung der Akzeptanz, etwa durch verbindliche Anreizstrukturen für Kommunen, eine frühzeitige Einbindung lokaler Akteure sowie klare Mehrwerte für Regionen.

Weitere Handlungsfelder: Genehmigungen, Stromkosten und Fachkräfte

Neben dem Thema Akzeptanz sieht die GDA weiteren Nachbesserungsbedarf:

  • Genehmigungsverfahren:
    Die Strategie bleibt hier bei Best-Practice-Ansätzen. Notwendig sind verbindliche, bundesweit einheitliche Verfahren mit klaren Fristen und höherer Planungssicherheit.

  • Stromkosten:
    Zwar werden zentrale Kostenfaktoren adressiert, ein konkreter Fahrplan für international wettbewerbsfähige Energiepreise fehlt jedoch weiterhin.

  • Fachkräfte:
    Der Fachkräftemangel wird als Risiko benannt, aber noch nicht strategisch adressiert. Die GDA erwartet hier ein eigenes Handlungsfeld mit konkreten Maßnahmen.

Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Die Strategie sieht vor, alle Maßnahmen innerhalb von zwölf Monaten anzustoßen. Für die Branche ist entscheidend, dass aus den angekündigten Maßnahmen konkrete, wirksame Regelungen werden.

„Wir messen den Erfolg dieser Strategie nicht an Ankündigungen, sondern an dem, was in zwölf Monaten im Bundesgesetzblatt steht“, betont Peter Pohlschröder.

Die GDA wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und sich weiterhin aktiv in die Ausgestaltung der politischen Rahmenbedingungen einbringen.

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