German Datacenter Association begrüßt Überarbeitung des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG)– und fordert konsequente Rückführung auf EU-Niveau
Die German Datacenter Association (GDA) hat im Rahmen der am 9. April 2026 gestarteten Länder- und Verbändeanhörung zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) für ein „Gesetz zur Beschleunigung der Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie" ein Positionspapier eingereicht. Darin begrüßt die GDA wichtige Verbesserungen – insbesondere beim Bürokratieabbau und bei praxistauglicheren Abwärme-Regelungen.
Zugleich stellt der Verband klar: Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, das EnEfG auf die Vorgaben der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) zurückzuführen, wird mit dem vorliegenden Entwurf nicht erreicht.
Überarbeitung überfällig – aber nicht konsequent genug
Das aktuelle EnEfG wurde 2023 parallel zur EED verabschiedet und ging von Beginn an spürbar über die europäischen Vorgaben hinaus. Die GDA hatte frühzeitig auf den daraus resultierenden Änderungsbedarf hingewiesen. Der Referentenentwurf greift zentrale Kritikpunkte auf – etwa die Anhebung der Anwendungsschwelle auf 500 kW IT-Leistung, die Anrechenbarkeit interner Wärmenutzung und die Umstellung der Abwärmeplattform auf Freiwilligkeit. Gleichzeitig hält der Entwurf in mehreren Bereichen an nationalen Anforderungen fest, die europarechtlich nicht vorgegeben sind und zusätzliche regulatorische Unsicherheit schaffen.
Handlungsfelder im Fokus
Die GDA sieht insbesondere dort Nachbesserungsbedarf, wo der Entwurf über die EED hinausgeht oder praxisferne Anforderungen beibehält – bei Effizienzgrenzwerten, Wärmepflichten, Berichterstattung und Erneuerbare-Energien-Vorgaben.
Zentrale Forderungen der GDA
-
Effizienzwerte realistisch ansetzen: PUE-Grenzwerte müssen Redundanzanforderungen und standortspezifische Gegebenheiten berücksichtigen – pauschale Vorgaben bilden die betriebliche Realität nicht ab.
-
Abwärme-Pflichten europäisch einordnen: Die nationalen Mindestquoten zur Wärmenutzung gehen über die EED hinaus. Gerade für KI-Rechenzentren an Standorten ohne Wärmenetz braucht es wirksame Ausnahmen.
-
Erneuerbare-Energien-Pflicht überprüfen: Die Verpflichtung zur bilanziellen 100-%-Deckung ab 2027 ist eine Sonderbelastung, die keine andere Branche in dieser Form trifft.
-
Berichterstattung vereinfachen: Die separate deutsche Berichtsplattform neben dem EU-Register verursacht unnötige Doppelstrukturen – das „Once-only"-Prinzip muss gelten.
-
Geschäftsgeheimnisse wirksam schützen: Veröffentlichte Daten müssen so aggregiert und anonymisiert sein, dass Rückschlüsse auf einzelne Betreiber oder Kunden ausgeschlossen sind.
Rechenzentrumsstrategie braucht konsistenten Rechtsrahmen
Die im März 2026 beschlossene Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung zielt darauf ab, die KI-Rechenkapazitäten in Deutschland bis 2030 signifikant auszubauen. Dieses Ziel erfordert einen Rechtsrahmen, der Investitionssicherheit schafft statt nationale Sonderwege zu zementieren. Die GDA setzt auf einen konstruktiven Dialog mit dem BMWE und den parlamentarischen Akteuren.
Downloads
Positionspapier
Positionspapier der German Datacenter Association zum Entwurf eines „Gesetz zur Beschleunigung der Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie“
Kontakt der GDA
Matthias Plötzke
Managing Director
+49 173 2644 232
ploetzke(at)germandatacenters.com
